Die Demosanigruppe rät…

Hier soll nur kurz auf die erste Hilfe eingegangen werden. Während vieler Demos sind ÄrztInnen und Demo-SanitäterInnen unterwegs, nicht zu verwechseln mit dem offiziellen Roten Kreuz. Demosanis wollen eine selbstorganisierte medizinische Versorgung (incl. eigener Rettungswägen) sicherstellen und die Anonymität von Verletzten aus den hinreichend bekannten Gründen wahren. Bei vielen Aktionen, gerade in ländlichem Gebiet, sind aber häufig keine Sanis am Start. Deshalb muss im Ernstfall von euch die erste Hilfe geleistet werden. Sinnvoll ist es ja sowieso, dass ihr euch wiederkehrend mit erster Hilfe befasst und auch Verbandszeug mitnehmt.

Wenn kein Sani in der Nähe ist: Ausführlich wird in der Broschüre „Ruhig Blut! Selbstschutz und erste Hilfe“ auf typische Verletzungen bei Demos und Aktionen eingegangen. Blut hinterlässt immer großen Eindruck. Viele Leute werden von der roten Signalfarbe geradezu angezogen. Das führt natürlich auch dazu, dass „kleine“ Verletzungen eher überschätzt werden. Ihre Versorgung kann meist auch später geschehen. Fast immer aber ist für eine Verletzte Ruhe und Schutz wichtig. Bildet mit Umstehenden Kreise um die Verletzten, damit sie geschützt sind und die Sanis arbeiten können, aber steht nicht im Weg. Helft ggf. mit, Verletzte aus der Gefahrenzone zu bringen. Unterschätzt werden manchmal Situationen, in denen kein Blut zu sehen ist. Bauch- oder Brustkorbverletzungen, Atemprobleme, schwere Blutzuckerentgleisungen sind nur ein paar Beispiele. In gängigen Erste-Hilfe-Broschüren und Infos der Demosanis (s.o.) findest du Anleitungen für den Umgang damit. Versuche immer, Dir schnell ein klares Bild zu machen. Gehe dazu immer nach demselben Schema vor:

  • Reagiert die verletzte Person auf Ansprache und Berührung?
  • Atmet sie angemessen?
  • Wie ist ihr Kreislauf?
  • Kannst Du schwerwiegende Blutungen sehen?

Du solltest die Gegenmaßnahmen bei lebensgefährlichen Störungen kennen und können. Bei allen lebensbedrohenden Zwischenfällen rufe sofort professionelle Hilfe (112)! Dazu ist auch die anwesende Polizei verpflichtet. Falls du verletzt ins Krankenhaus musst, bist du nicht verpflichtet, im Rettungswagen deinen Namen zu nennen. Solltest du verletzt festgenommen worden sein oder tritt in Polizeigewahrsam eine rapide Verschlechterung deines Gesundheitszustandes ein, empfehlen wir, auf die sofortige Behandlung durch eineN niedergelassene/n ÄrztIn zu bestehen (kein PolizeiDoc?) Nimm möglichst immer Verbandzeug und eine Augenspülflasche mit Wasser mit! CN/CS und Pfefferspray: Diese Kampfstoffe wirken auf die Haut und auf die Schleimhäute der Augen und der Atemwege. Menschen mit Vorerkrankungen an diesen Organen sind deshalb besonders gefährdet, da schon geringste Mengen Kampfstoff heftige Reaktionen auslösen können . CN/CS besteht aus kleinen Kristallen, die bei direkten Augentreffern zu Verletzungen der Hornhaut führen können. Solche Verletzungen der Hornhaut sind auch möglich beim Tragen von Kontaktlinsen, denn die Kristalle scheuern zwischen Linse und Hornhaut. Deshalb sollte auf Aktionen möglichst auf Kontaktlinsen verzichtet werden.

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