Was ist mit Medien

Medien

Mit Medien haben wir ständig zu tun und viele überlegen sich oft auch, wie sie ihre Aktion – unterstützt durch Photos oder Video*1, an die „Öffentlichkeit“ bringen können. Uns scheint aber, dass diese Überlegungen nicht ausgereift sind. Die Frage, die sich gestellt werden muss, ist, für wen die (leider meist symbolische) Aktion denn sein soll. Und somit, welchen Verbreitungsweg sie denn nehmen soll. Geht es um Bilder und Berichte für’s „Familienalbum“ oder soll die Aktion nur von bestimmten Szenekreisen wahrgenommen werden und dort Debatten auslösen? Oder sollen vielleicht doch Menschen informiert werden, die „normalerweise“ nicht die parolenbespickten Flugblätter in abgehobener/nicht verständlicher Sprache lesen? Für die verschiedenen Bedürfnisse gibt es auch die verschiedenen Medien.

I Die „eigenen Medien“

a) Nicht jede Presse ist böse. Es gibt einige Medien, die manche „unsere eigenen“ Medien nennen. Dazu gehören z.B. Indymedia, Freie Radios, verschiedene Filmprojekte wie z.B. Cinerebelde oder kanalB. Diese sind wichtig, denn dass „Bild“ nicht bildet und „taz lügt“ ist nichts neues. „Eigene“ Medien bieten die Möglichkeit für Hintergrundberichte und mehr als Nachrichten in drei Zeilen und bieten die Möglichkeit, die eigenen Inhalte gezielt zu veröffentlichen. Meistens geben sich „unsere eigenen“ Medien auf Demos oder Aktionsorten zu erkennen. Diese Gruppen wissen in der Regel, dass sie bewusst damit umgehen müssen und zum Beispiel in manchen Situationen besser keine Gesichter abfotografieren. (Lieber mal die Handyphotografierenden ansprechen.)

b) Bei großen Camps oder Aktionatagen bildet sich meist eine eigene „Pressegruppe“. Hier gibt es verschiedene Formen, in den letzten Jahren, zum Beispiel während der G8-Proteste 2007, folgte die Pressegruppe der Camps einem Konzept, welches personenfixiertes und intransparentes Pressesprechergehabe verhindern sollte. Diese Pressegruppen sind also nicht das gleiche wie „Pressesprecher_innen“! Sie sind/fühlen sich nicht autorisiert, für andere zu sprechen, sondern wollen Kontakte herstellen. Sie vermittelten also eher zwischen „Mainstreammedien“ und den Aktivist_innen. Falls ihr da mitmachen wollt oder falls ihr Kontakt zur „Mainstreampresse“ haben möchtet, wäre es sinnvoll sich an diese Pressegruppe zu wenden.

II Diskussionsforen/ -blätter

  • Nicht abwegig ist es, auch ein „eigenes“ Diskussionsblatt zu haben, sei es in gedruckter Form oder im Internet. Bekannte darunter sind: die Interim (Berlin), die Zeck (Hamburg), Analyse&Kritik (ak), lotta (NRW), swing (Frankfurt/Main?) etc. Hier hat jede_r die Möglichkeit, eigene Beiträge zu veröffentlichen. Sie erreichen aber eben nur einen begrenzten Kreis an Leuten.

Im Zuge der Vorratsdatenspeicherung ist es jetzt noch einigen mehr klar geworden, dass die anarchistischen Zeiten des Internets vorbei sind. Vieles wird staatlich kontrolliert. U.a. ein Grund dafür, warum Diskussionsblätter in gedruckter Form wieder mehr Anklang finden können. Es liegt in „unserer Hand“ sie selbst zu gestalten, Inhalte hineinzubringen und Beiträge zu schreiben. Eine Möglichkeit zusammen zu diskutieren, sich außerhalb der eigenen kleinen Politgruppe miteinander auszutauschen und dann vielleicht mehr zu erreichen!

  • Zu vielen Bereichen für linke Themen gibt es auch einige Broschüren wie z.B. aranca, iz3w, graswurzelrevolution, ami, fiber, aufbruch, datenschleuder, veganinfo, Anti-Atom-Aktuell etc. Wenn es bei euch einen linken Buchlade, eine Infoladen oder linkes Cafe gibt, dann schaut da doch einfach mal vorbei, vielleicht findet ihr dabei was passendes.

III Mainstreammedien

Hier stellt sich die Frage, ob der entschlossene Ruf „Kameramann – Arschloch“ auf einer Demo als Umgang mit den bürgerlichen Medien ausreichend ist. Einen bewussten Umgang mit Mainstreammedien zu finden, kann durchaus sinnvoll sein (auch wenn sich damit besser nicht der weit verbreitete Glaube verbinden sollte, die herrschenden Verhältnisse könnten dadurch verändert werden, dass „die Wahrheit“ in der Zeitung steht). Es ist vor allem wichtig, dass die Kritik an den herrschenden Verhältnissen sichtbar wird, dass wahrgenommen wird: Da gibt es Widerstand, Widerstand ist möglich! Um diese Botschaft zu transportieren, kann die „Mainstreampresse“ ganz nützlich sein. Wir sollten nicht davon ausgehen, dass sie das schreiben, was wirklich stattfand – oder was wir gerne in der Presse hören/lesen/sehen würden. Darauf haben wir nicht wirklich einen Einfluss, darauf kommt es aber auch nicht immer an. Wir sollten die Relevanz der Medien also nicht überschätzen, Aktionen sollen schließlich keine reinen „Medienereignisse“ sein.

noch was zu handyphotos etc.: Bilder für’s „Familienalbum“ auf der Demo zu machen, stört einige Leute, also lasst es lieber! Wenn es um einen z.B. Indymediaartikel geht, denkt bitte daran, das Gesicht und Form ganz unkenntlich zu machen. Genauso bei Filmen und am besten auch die Metadaten der Bilder/ Filme löschen. Wenn ihr das nicht könnt, dann lernt es oder lasst es lieber bleiben. Ihr gefährdet sonst euch oder/ und andere damit.

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