Samba Action Band

SAMBA!

Von der Action Samba Band Berlin: Rhythms of Resistance oder kurz R o R. Sie ist Teil einesNetzwerkes politischer Trommelgruppen, die Demonstrationen oder direkte Aktionen unterstützen und veranstalten. Die Idee, Musik als Aktionsform zu nutzen, ist keine neue: In den 1970er Jahren gründeten sich in Brasilien Afro Block Trommelgruppen. Diese entwickelten sich aus den ärmsten Stadtteilen und wurden zu einer Bewegung des Widerstandes und einer Quelle des Selbstvertrauens, die von den aus dem Boden sprießenden Sambaschulen weltweit kommerzialisiert wurde. Diese Musik kombiniert mit TänzerInnen und dem Konzept der „tactical frivolity“ bildeten die Grundlage für ein Aktionskonzept, das während des IWF/ Weltbank-Gipfeltreffens 2000 in Prag zum ersten Mal große Anwendung fand: Pink & Silver.

Dadurch inspiriert haben sich seitdem Bands in ganz Europa und darüber hinaus entwickelt und vernetzt. Der Straßenkarneval ist zu einer weit verbreiteten Aktionsform geworden.

Wir sind eine größere Gruppe mit relativ unverbindlichem Engagement der einzelnen. Je nach dem, wer sich gerade einbringen kann und Verantwortung übernimmt, verändert sich das Gesicht der Band. Die Sambaband ist also eine Art kreative Protestplattform, die vielfältig genutzt wird. Wichtig ist für uns, dass alle Bandmitglieder wichtige Entscheidungen mittragen. So wenden wir dafür die Konsensform zur Entscheidungsfindung an. Wir treffen uns einmal in der Woche zur Probe und zum Plenum, so dass ein regelmäßiger Austausch und Spielpraxis möglich wird. Wir haben eine politische Grundbasis, der wir mit unserem eigenen Wirken gerecht werden wollen. Antisexistisch, antirassistisch, antihierarchisch. Die Atmosphäre in unserer Band ist ziemlich entspannt und angenehm, weil wir einen höheren Frauenanteil als Männeranteil haben (um es mit Sozialisationsgruppen zu beschreiben). Wichtig für die Durchführung von Aktionen ist die Bildung von kleinen Bezugsgruppen von zwei bis vier Leuten, die aufeinander während der Aktion besser achten können. Keine soll sich allein mit Bedürfnissen oder zum Beispiel Ängsten fühlen. Bezugsgruppen sind sehr wichtig für das Gefühl von Geborgenheit und gemeinsamer Sorge. Bezugsgruppen finden sich bei uns unter folgenden drei Hauptkriterien: Freundschaft und Vertrautheitsgrad, Instrumentengruppen ( z.B. die Spieler_innen von kleinen und großen Instrumente zusammen, damit die mit den kleinen denen mit den großen beim Tragen helfen können, falls gerannt werden muss – da sind die mit den großen Instrumenten nämlich stark eingeschränkt in Geschwindigkeit und Mobilität) und als drittes, fast wichtigestes Kriterium steht das Risikolevel, welches Einzelne in Kauf zu nehmen bereit sind: Wie weit will ich gehen? Wo sind meine Grenzen? Würde ich mich auch verhaften lassen? sind die entscheidenen Fragen, damit sich Menschen mit ähnlichen Interessen finden. Wichtig ist uns, dass niemensch von uns, in keiner Minute allein ist, wenn es brenzlige Situationen gibt. Denn: – Du bist nicht allein, sonst machen sie dich ein.

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